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Heimat großer Töchter

So heißt eine künstlerische Porträtserie, die Frauen in Österreich sichtbar macht, die sich sozial, gesellschaftlich und politisch engagieren. Die Ausstellung verbindet klassische Intervention für mehr Repräsentanz, Empowerment und demokratische Teilhabe.

Melisa Erkurt („Die Chefredaktion“) kämpft seit zehn Jahren dafür, dass junge und diverse Stimmen im Journalismus gehört und gefördert werden. Nicola Werdenigg brach das Schweigen über sexuellen Missbrauch im Skisport. Judith Kohlenberger macht als Migrationsforscherin Ungleichheit sichtbar, und Barbara Blaha, Gründerin des „Momentum Institut“, denkt Gesellschaft neu, wo andere aufhören zu fragen.

Diese Frauen sind keine Prominenten im klassischen Sinne, aber sie gestalten Bildung, Politik, Medien und Zivilgesellschaft täglich mit. Barbara Pacholik hat sie und 16 weitere „große Töchter“ Österreichs für ihre Ausstellung „Heimat großer Töchter“ gemalt. Die porträtierten Frauen kommen aus unterschiedlichen Feldern, verbindet aber eines: ihr solidarisches Handeln und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Sie alle arbeiten in ihren jeweiligen Bereichen unbeirrt und manche von ihnen mit wenig öffentlicher Anerkennung daran, unsere Gesellschaft gerechter zu machen.

Vier Jahre, 20 Begegnungen, 20 Gemälde

Die bildende Künstlerin arbeitete vier Jahre an diesem Projekt. Sie traf jede der Frauen persönlich, führte ausführliche Gespräche über Engagement, Motivation und die Frage: Was hält eine aufrecht, wenn der Gegenwind stark ist? Aus diesen Begegnungen entstanden zunächst Fotografien und später, in ihrem Atelier in Wiener Neustadt, die gemalten Porträts in Acryl.

Durch die Ausstellung „Heimat großer Töchter" erhalten die Frauen, den Platz, der ihrem Wirken entspricht. Die Ausstellung ist dabei keine feierliche Ehrung, sondern eine Einladung zur

Auseinandersetzung: Was braucht eine Gesellschaft, um gerechter zu werden? Und wer arbeitet daran, bleibt aber oft im Verborgenen?

Barbara Pacholik wünscht sich, dass die Ausstellung nicht nur Frauen und Mädchen bestärkt. Sie richtet sich bewusst auch an Männer, denn Gleichberechtigung ist keine Frage des Geschlechts, sondern des gemeinsamen Interesses. Eine gerechtere Gesellschaft nützt schließlich allen.

Erleben, Hören, Diskutieren

Die Ausstellung lädt dabei nicht nur zum Schauen ein. Über QR-Codes sind Gesprächsauszüge

zwischen Barbara Pacholik und den Porträtierten zu hören. Zudem bietet die Künstlerin Führungen an. Für Schulklassen sind die Führungen auch individuell buchbar.

Die 20 Porträtierten:
Nazanin Aghakhani: Dirigentin und Komponistin
Barbara Blaha: Gründerin „Momentum Institut“
Doro Blancke: Menschenrechtsaktivistin und Gründerin „refugees assistance“
Daniela Brodesser: Armutsaktivistin und Autorin
Cecily Corti: Gründerin „VinziRast“
Arwa Elabd: Gründerin der Buchhandlung „bibliobox“
Melisa Erkurt: Journalistin, Gründerin „Die Chefredaktion“
Beatrice Frasl: Kulturwissenschaftlerin, Geschlechterforscherin und Feministin
Yasmin Hafedh aka Yasmo: ist Poetry-Slammerin, Autorin und Kuratorin von Festivals
Elfriede Hammerl: Journalistin, Autorin und Aktivistin für Frauenrechte
Zahra Hashimi: Gründerin der „Omid Online School“ für Mädchen in Afghanistan
Lena Jäger: Projektleiterin Frauenvolksbegehren 2.0 Judith Kohlenberger: Soziologin, forscht zum Thema Flucht, Migration und Asyl Stephanie Krisper: Menschenrechtsexpertin
Michaela Krömer: Anwältin, erste Klimaklage Österreichs
Kathrin Limpel: Geschäftsführerin und Gründerin von „Fremde werden Freunde“
Mireille Ngosso: Antirassismus-Aktivistin, Initiatorin „BlackLivesMatter“, Expertin für Gendermedizin
Maria Rösslhumer: Aktion „StoP“ – Stadtteile ohne Partnergewalt. Ehemalige GF der AÖF
Nicola Werdenigg: Gründerin #WeTogether, Aktivistin gg. Machtmissbrauch im Sport
Astrid Zimmermann: Journalistin, Gründerin „Frauennetzwerk Medien“